Fallbeispiel aus der Praxis: Souveränes Konfliktmanagement durch Systemisches Coaching

Die Ausgangssituation

Ein 40-jähriger Lehrer wandte sich an mich, da er in seinem beruflichen Alltag immer wieder an eine Grenze stieß: Es fiel ihm schwer, Konflikte mit Schülerinnen und Schülern offen anzusprechen. Stattdessen schob er notwendige Klärungsgespräche auf oder vermied sie ganz. Sein klares Coaching-Ziel war es, unmoralisches oder störendes Verhalten im Schulalltag souverän und direkt ansprechen zu können.

Der systemische Coaching-Prozess

In der Aufstellungsarbeit lassen sich Muster, Strukturen und verborgene Beziehungen innerhalb eines Systems räumlich abbilden, um neue Lösungswege zu finden. Um der Ursache für die Konfliktscheu auf den Grund zu gehen, wählten wir die Methode „Ein Thema dahinter“. Dieser Ansatz basiert auf der Erkenntnis, dass unbewusste, familiäre Prägungen und generationenübergreifende Muster unser heutiges Handeln und Entscheiden oft unbemerkt beeinflussen.

Die Erkenntnis: Ein altes Muster wird sichtbar

Im Rahmen der Aufstellung zeigte sich eine deutliche Kontextüberlagerung – das Verhalten des Lehrers war tief in der Geschichte seiner Herkunftsfamilie verwurzelt. Es handelte sich um ein transgeneratives Thema: Die Großmutter väterlicherseits wurde viele Jahre von ihrem Mann unterdrückt. Ein Auflehnen gegen ihn hätte für sie damals weitreichende, gefährliche Konsequenzen gehabt. Ihre unbewusste Überlebensstrategie lautete daher: „Ich mach mich muxmäuschenstill.“

 

Da Menschen in Familiensysteme hineinwachsen und instinktiv nach Zugehörigkeit streben, übernehmen sie solche tief verankerten Glaubenssätze oft unhinterfragt. Was für die Großmutter damals eine absolut lebensnotwendige Strategie war, wirkte beim Enkel heute als unbewusste Blockade weiter. Das alte Muster passte schlichtweg nicht mehr in seine heutige Realität als erwachsener, handlungsfähiger Lehrer.

Das Ergebnis: Klarheit und neue Handlungsfähigkeit

Durch die räumliche Darstellung im Coaching konnte dieses unsichtbare Band erkannt und gelöst werden. Der Klient vollzog in der Aufstellung eine symbolische Trennung und löste die Teilidentifizierung mit der Großmutter auf. Mit diesem klaren Schnitt konnte das Coaching-Ziel erreicht werden: Der Lehrer ist nun in der Lage, sich aus dem alten Verhaltensmuster zu lösen und Konflikte mit Schülern professionell, ruhig und direkt anzusprechen.


Erkennen Sie sich in ähnlichen Mustern wieder? Kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Erstgespräch, um herauszufinden, wie Systemisches Coaching Sie in Ihrer individuellen Situation unterstützen kann.


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