Freund vs. Coach - Warum Freunde einen professionellen Coach nicht ersetzen können

Geschrieben von Maximilian Daschner

Wenn ich mich als Coach vorstelle, werde ich oft gefragt, was ich coache. Diese Frage kam für mich anfangs überraschend, da ich in meiner Ausbildung unter dem Begriff "Coaching" nur ein Beratungsformat kennengelernt habe. Im Gegensatz zur klassischen Beratung unterscheidet sich Coaching dadurch, dass keine direkten Lösungsvorschläge durch den Berater geliefert werden, sondern dass der Coach die Entwicklung eigener Lösungen z.B. durch Fragen begleitet.
Wenn ich mit diesen Worten Freunden, Bekannten oder Fremden Coaching erkläre, kommt oft der Einwand: "Naja Fragen kann ich mir auch stellen! Das kann ich ja genau so gut mit einem/r Freund/in oder besprechen und muss nix zahlen!"


Nehmen wir an du hast Zahnschmerzen oder du willst dir deine Zähne aufhellen lassen. Würdest du dich einer einer Zahnbehandlung unterziehen, bei der der Behandelnde kein Arzt ist, dir aber versichert, dass er medizinische Kenntnisse hat? Im Coaching steht der Klient bei der Auswahl eines Coaches vor der gleichen Überlegung. Ist es dir wert für eine gute Qualität und höhere Erfolgsaussichten auch ein bischen Geld zu investieren?

 

Also was qualifiziert den Coach mehr als einen Freund um dich in deinen Anliegen und Problemen zu begleiten? Der Coach verfügt über eine Ausblidung und einen Methodenkoffer und wählt je nach Anliegen des Klienten geeignete Werkzeuge um den Prozess der Lösungsfindung strukturiert zu begleiten. Die Methoden können z.B. aus der kognitiven Verhaltenstherapie, Gestalttherapie, lösungsorientierte Kurzeittherapie, systemischen Therapie oder auch der Hypnotrancearbeit stammen. Was einen guten Coach ausmacht und wie ihr ihn am besten auswählt, könnt Ihr auch hier erfahren.

 

Ich wollte für euch die Unterschiede zwischen Coaching und einem Gespräch mit einem/r Freund/in darlegen. Dieser Vergleich trifft definitiv nicht auf jeden Freund zu und soll nur exemplarisch dazu dienen die Vor- und Nachteile von Coach vs. Freund darzulegen. Die Ausgangssituation ist: Ihr habt ein Problem.

 

 

Freund

  • "Guter Wille" ist da um zu Helfen und Zuzuhören.
  • Die Gesprächsführung ist willkürlich. Fragt nach Befinden. kann evtl. Probleme nicht in Worte fassen.
  • Erzählt auch von seinem eigenem Befinden. Freund will sich durch den Dialog auch selbst helfen und bringt gern seine eigenen Probleme mit ins Gespräch.
  • Geheimhaltung durch mündliches Versprechen.
  • Weiß nicht unbeding wie man mit dem Problem umgehen kann oder was man für nächste Schritte machen kann.
  • Gibt Ratschläge oft durch Lebenserfahrungen, "Mir hilft...", "Ich würde..." "Du musst...", "Da kannst du nur...", bezieht aber Lösung oft darauf wie es bei anderen oder einen selbst geklappt hat mit einem Problem umzugehen.
  • Die Ratschläge die erteilt werden sprechen oft nur die logische Ebene, bzw. Gedanken und Kognitionen.
  • Fehler oder Verhalten werden oft bewertet. "das ist nicht gut was du da machst...",
  • Freunde bilden gerne Vorurteile "Du bist da immer so", bieten aber keine Möglichketien an um ein Muster zu lösen.
  • Wenn starke emotionen Auftreten wird Trost angeboten.
  • Kann oft keine neutrale Meinung abgeben weil er/sie selbst im Freundes- oder Familienkreis verbandelt ist.

  • Aus zeitlichen Gründen kann oft nur vereinzelt ein Gespräch geführt werden.

Coach

  • Spezialist - Ausgebildet um Menschen und Organisationen zu helfen.
  • Die Gesprächsführung ist Gezielt, strukturiert, zielführend und lösungsorientiert - Ausgebildet in Gesprächsführung.
  • Im Coaching geht es nur um dich - deine exklusive Zeit. Der Coach ist da um dir zu helfen und verfolgt lediglich das Ziel, Klienten zur Verwirklichung ihrer Ziele zu befähigen.
  • Geheimhaltung der Inhalte durch Coachingvertrag.
  • Kann Methoden anbieten um nächste Schritte zur Lösung erzielen - falls er nicht weiter weiß - kann er sich durch kollegiale Beratung und Supervision professionellen Rat einholen.
  • Es werden keine Ratschläge erteilt. Es wird durch Methoden und strukturierte Gesprächs-führung zur eigenen Lösung begleitet. Handlungsalternativen des Klienten werden erweitert und er wählt welchen Weg er geht.
  • Die Methoden die der Coach liefert, sprechen zur gedanklichen Ebene auch die körperliche und emotionale Ebene an. Kopf - Herz - Bauch.
  • Destruktives Verhalten wird in einen anderen Rahmen gesetzt. Wo ist das"Problem"-Verhalten hilfreich. Für was nutzt es einen.
  • Es wird gemeinsam reflektiert in welchen Situationen"Muster" auftreten und wie sie durchbrochen werden können.
  • Für den Umgang mit starken Emotionen hat der Coach eine spezielle Ausbildung und kann gezielter die Gefühle der Klienten regulieren.
  • Allparteilichkeit - Coach ist neutral und ermöglicht es so dass offen gesprochen werden kann. Hier kannst wirklich so sein wie du bist.
  • Feste Sitzungen werden terminlich vereinbart. Das Coaching wird erst abgeschlossen, wenn der Klient sagt, jetzt brauche ich dich nicht mehr, Ich weiß jetzt wie ich mit meinem Problem umgehen kann.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei der Lösung eurer Probleme ob mit Freund oder mit Coach, Hauptsache es hilft euch.

Herzlich euer Maximilian Daschner

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